Morgens eine Runde durch die Weinberge, durch den Wald oder am Wasser entlang – und danach zur Abkühlung in den Pool oder direkt zum Frühstück. „Runcation“, die Verbindung aus „Running“ und „Vacation“, gehört zu den aktuell größten Trends im Aktivtourismus. Dabei geht es nicht unbedingt um Bestzeiten oder kilometerlange Trainingseinheiten, sondern darum, ein Reiseziel laufend zu entdecken: Statt immer derselben Hausrunde warten neue Strecken, Landschaften und manchmal sogar ein Laufevent als Anlass für den Urlaub.
Wir stellen Reiseziele in Europa vor, die wie gemacht sind für die nächste Runcation – von den Wäldern Dänemarks und der Ardennen über das grüne Twente und die Hügel des Chianti bis an die französische Mittelmeerküste.
CamperDays: Runcation als Roadtrip – flexibel von Ziel zu Ziel
Heute Schwarzwald, morgen Dolomiten? Wer seine Runcation mit dem Camper verbindet, bleibt flexibel und hat Unterkunft, Küche und Dusche direkt mit dabei. Dass Urlaub und Laufschuhe immer häufiger zusammengehören, zeigt auch ein Blick auf die Suchanfragen: Laut einer aktuellen Auswertung von CamperDays auf Basis von Google-Trends-Daten stiegen die Suchanfragen nach „Active Tourism“ im vergangenen Monat gegenüber dem Vormonat um 5.000 Prozent. Das Interesse an „Trail Running“ lag zudem 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für CamperDays-Geschäftsführer und Outdoor-Fan Maximilian Schmidt passt der Camper besonders gut zum Trend: “Übernachtet wird direkt dort, wo am nächsten Morgen die Laufrunde beginnt – einfach Schuhe schnüren und los.” Zu seinen Runcation-Favoriten in Europa zählen der Schwarzwald mit hunderten Kilometern gut ausgebauter Wege und die Dolomiten mit ihrem weitläufigen Trailnetz und zahlreichen Rifugios für die Pause unterwegs. Und nach dem Lauf? Zurück zum Camper, Füße hochlegen und die nächste Route planen.



Camp Adventure: Zum Sonnenaufgang auf den Forest Tower
Laufschuhe an und raus an die frische Luft: Wer bei Camp Adventure im Süden Seelands übernachtet, startet direkt von der eigenen Cabin oder Jurte in die umliegende Landschaft. Eine rund acht Kilometer lange Runde führt mit nur etwa 70 Höhenmetern durch Denderup Vænge, das Waldgebiet rund ums Camp, und eignet sich damit auch für einen entspannten Lauf am Morgen. Zum Abschluss wartet noch ein besonderes Cool-down: Übernachtungsgäste haben auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten Zugang zum 45 Meter hohen Forest Tower. Über die 650 Meter lange Spiralrampe geht es hinauf bis zur Aussichtsplattform. Wer früh genug losläuft, steht zum Sonnenaufgang über den Baumwipfeln und ist anschließend pünktlich zurück zum Frühstück. Wer morgens lieber ausschläft, verlegt die Laufrunde und den anschließenden Turmbesuch einfach auf den Abend und genießt den Sonnenuntergang von oben.

Papillon Country Resort: Laufend durch das grüne Twente
Wer Höhenmeter lieber gegen Kilometer tauscht, ist im niederländischen Twente richtig. Direkt vom Papillon Country Resort führen ruhige Wege durch die typisch grüne Landschaft der niederländischen Grenzregion – vorbei an Feldern, kleinen Waldstücken und Kanälen. Auf Komoot finden sich beispielsweise zwei Laufrunden, die sich vom Resort aus gut nachlaufen lassen: Eine 8,8 Kilometer lange Strecke führt am Omleidingskanaal und am Nordhorn-Almelo-Kanal entlang und kommt auf gerade einmal zehn Höhenmeter. Wer etwas länger laufen möchte, wählt eine 12,5-Kilometer-Runde mit nur 20 Höhenmetern durch Felder und kleine Waldstücke rund um das Resort. Fürs richtige Trail-Feeling geht es hingegen ins nahegelegene Naturgebiet Lutterzand und entlang der Dinkel durch Wald, Heide und über sandige Wege. Zurück im Resort warten der Naturbadeteich und der Pool für die Abkühlung danach.

Nutchel: Drei Forest Villages, drei Laufreviere
Cabin-Tür auf, Laufschuhe an und ab in den Wald: Gleich drei unterschiedliche Laufreviere warten rund um die Forest Villages von Nutchel. In den belgischen Ardennen startet beispielsweise eine knapp neun Kilometer lange Runde mit rund 180 Höhenmetern direkt an den Cabins und führt durch die Wälder rund um Martelange. Anspruchsvoller wird es im Elsass: Von Nutchel in Plaine geht es auf verschiedenen Wegen hinauf in die Vogesen. Wer eine echte Trail-Challenge sucht, kann sich an einer 13 Kilometer langen Route mit rund 500 Höhenmetern versuchen, die über den Vogesenkamm und die Haute Loge führt. Deutlich gemütlicher lässt sich der neue Standort in der Champagne erlaufen: Rund um Ervy-le-Châtel stehen unter anderem Strecken mit rund vier, sechs oder zehn Kilometern zur Wahl. Und danach? Zurück in die Cosy Cabin, Feuer im Holzofen an oder müde Beine im privaten Hot Tub versenken.



Chianti Glamping Resort: Racecation zwischen den Weinbergen
Durch Weinberge und Wälder, vorbei an mittelalterlichen Dörfern und danach Pasta und ein Glas Chianti: Viel italienischer kann eine Runcation kaum werden. Einen besonderen Anlass dafür gibt es vom 18. bis 21. März 2027, wenn der Chianti Ultra Trail by UTMB Läufer aus aller Welt in die Toskana lockt. Fünf Distanzen stehen zur Wahl – vom zehn Kilometer langen Chianti Wine Run mit 400 Höhenmetern bis zum 123-Kilometer-Ultra mit stolzen 5.200 Höhenmetern. Mittendrin liegt das Chianti Glamping Resort von Vacanze col cuore, das für das Event exklusiv für Teilnehmer öffnet. So geht es morgens aus dem Glamping-Zelt auf den Trail und danach zur Regeneration zurück ins Resort. Wer lieber ohne Startnummer läuft, findet rund um das Resort das ganze Jahr über hügelige Wege durch Weinberge und Wälder.

Les Sablons: Vom Canal du Midi bis ans Mittelmeer
Morgens am Canal du Midi laufen und danach direkt ins Mittelmeer springen: Bei Les Sablons in Portiragnes-Plage lässt sich Runcation ziemlich entspannt angehen. Der historische Kanal liegt nur rund einen Kilometer vom Resort entfernt. Richtung Vias führt ein unbefestigter Pfad am Wasser entlang, der auch bei Joggern beliebt ist. Bis zu den außergewöhnlichen Schleusen von Libron und zurück kommen rund zehn Kilometer zusammen. Wer noch mehr von der Umgebung erlaufen möchte, kann sich an der Strecke der lokalen Porti’Run orientieren: Die acht oder 15 Kilometer langen Routen führen durch die Natur rund um Portiragnes – vorbei am Canal du Midi, durch Feuchtgebiete mit Flamingos und sogar über den Strand. Danach heißt es nur noch: Laufschuhe aus und ab ins Meer.

